Automatensprengung in Kleinblittersdorf

Redaktion

Kleinblittersdorf – Gegen 03:30 Uhr wurden Anwohner in der Elsässer Strasse in Kleinblittersdorf im Regionalverband Saarbrücken im Saarland durch zwei laute Knallgeräusche geweckt. Unbekannte hatten zu diesem Zeitpunkt eine Geldautomaten-Sprengung in der „Bank 1 Saar“-Volksbank durchgeführt. Scheiben der Bank zerbarsten, eine Abdeckung eines Automaten wurde über den Zebrastreifen hinweg auf die andere Strassenseite geschleudert, weitere Trümmer landeten vor dem Gebäude. Im Inneren sieht das Gebäude verwüstet aus. Teilweise lagen auch Geldscheine zwischen den Trümmern, berichten Nachbarn. Eine gelbe Zündschnur blieb am Tatort zurück. 

Foto Thorsten Kremers

Der Kleinblittersdorfer Bewohner Thomas Sendi berichtet: “Ich wurde in etwa einem Kilometer Entfernung von den beiden Knallgeräuschen aus dem Bett gerissen. Ich dachte mir sofort, die Bank wurde überfallen und eilte in diese Richtung.“ Er stand wie mehrere Menschen aus dem Ort vor der zerstörten Bank.

Foto Thorsten Kremers

Andere Zeugen wollen mehrere Täter in einem dunklen Auto beim Davonrasen beobachtet haben. Die Grenze nach Frankreich liegt hier nur knapp einen Kilometer entfernt. Gut möglich, dass die Flucht über das Nachbarland erfolgte.

Foto Thorsten Kremers

Der Polizeiposten Kleinblittersdorf in unmittelbarer Nähe der Bank ist nachts nicht besetzt, also musste die Polizei Saarbrücken-Stadt aus gut 12 Kilometer Entfernung anrücken. Beim Eintreffen der Streifenwagen war das Fluchtauto bereits über alle Berge. Eine sofort eingeleitete Fahndung in Deutschland und Frankreich blieb bislang erfolglos.

Foto Thorsten Kremers

Die Feuerwehr evakuierte vier Personen aus den Wohnungen über der Bank und dem nebenstehenden Gebäude. Ein zufällig vorbeikommender Nachtbus wurde von den Einsatzkräften als vorübergehende Notunterkunft für die Bewohner umfunktioniert. 

Foto Thorsten Kremers

Anschliessend rückte ein Delaborierer an, um Sicherzustellen, dass keine Gefahr durch weitere Sprengsätze ausgeht. 

Foto Thorsten Kremers

Gegen 05:30 Uhr nahmen Tatortermittler ihre Arbeit auf.

Foto Thorsten Kremers

Laut eines Bankverantwortlichen kann noch keine offiziellen Angaben darüber gemacht werden, ob und wieviel Beute die Täter gemacht haben. Auch die Polizei macht bislang keine Angaben zur Beute. Die Bank ist nachts für den Kundenverkehr geschlossen. Die Täter mussten sich also vor der Sprengung zuerst Zutritt zur Bank verschafft haben. Ein Baufachberater muss noch klären, ob das Gebäude einsturzgefährdet ist. Die Bankfiliale wird wohl längere Zeit geschlossen bleiben.